Familie Eichelmann seit 1830 selbständige Kaufleute in Steinfurthvon Sascha Ziegler (1997) Die Idee, etwas über die Familie Eichelmann zu schreiben, bekam ich, als ich das erste mal die Notitzen und Aufzeichnungen von meiner Urgroßtante Paula Eichelmann sah. Sie interessierte sich auch schon sehr für die Familienforschung und sammelte alles, was mit Steinfurth zu tun hatte. Da kamen einige Notitzen zum Vorschein, die man wo anders vergeblich gesucht hat, die mir bei der Verfollständigung meines großen Eichelmann-Stammbaums weiterhalfen. So erstellte ich erst einmal eine ausführliche Aufstellung aller "Eichelmänner", die mir bekannt waren. Nach einiger Zeit hatte ich auch fast alle fehlenden Geburts-, Heirats- oder Sterbedaten verschiedener Familienmitglieder. Ich wollte aber mehr über die Personen erfahren, die ja meine Vorfahren waren, als nur blanke Daten. Da der Ursprung unserer Eichelmann-Vorfahren in Grund-Schwalheim bei Echzell ist, schrieb ich einen Familienforscher in Echzell an, der mir bei meinen Recherchen weiterhelfen konnte. Die ersten nachweisbaren Eichelmann in Echzell waren im Jahr 1538 Michel Eichelmann, Hans Eichelmann und der Kastenmeister Hen Eichelmann, der dieses Amt noch im Jahre 1558 inne hatte. (Bild 1) Ein Kastenmeister war zur damiligen Zeit der Verwalter der Kirchenkasse, Steuer- und Pachteinnehmer. Die Echzeller Kirche hat zur damaligen Zeit viel Geld verliehen. 1541 wird ein Clos Eichelmann erwähnt, 1550 studiert an der Marburger Universität ein Johann Eichelmann von Echzell, der wahrscheinlich mit Johann Eichelmann, 1586 Pfarrer zu Echzell und Merlau. 1622 gibt es einen Dr. Hans Eichelmann, um nur einige zu nennen. Der erste Eichelmann, der in unsere Vorfahren-Linie einzuordnen ist, ist der Erbbestands-Müller Henrich Eichelmann zu Grund-Schwalheim. Er starb dort 1685 in einem Alter von 81 Jahren, also wurde er 1604 geboren. Während des 30jährigen Krieges hatte der einsam und ungeschütz liegende Hof Grund-Schwalheim so sehr unter Plünderungen zu leiden, daß er jahrelang ohne Pächter öde und verwüstet liegen blieb. Hof und Mühle Grund-Schwalheim gehörten zwar dem Deutschen Orden in Marburg, hatten aber verschiedene Pächter (Bild 2). Zu diesem Henrich Eichelmann ist mir zur Zeit nichts näheres bekannt. Sein Sohn, welcher auch Johann Henrich mit Vornamen hieß, wurde 1643 geboren und war auch zunächst auch Müller in Grund-Schwalheim, wie sein Vater. Er heiratete 1671 in Ober-Widdersheim die Anna Christine Roth von Berstadt. Sie war die Tochter des Gerichtsschöffen zu Berstadt Henrich Roth. Die Familie Roth ist eine sehr alte Berstädter Familie und war dort schon im 13. Jahrhundert ansässig. Zu dieser Zeit hießen sie noch von Rode. Johann Henrich Eichelmann und seine Frau kauften im Jahr 1693 in Berstadt den Mainzer Hof vom Domstift Mainz. (Bild 3), heute Oberpforte 6 in Berstadt. Der Mainzer Hof hat eine sehr alte Geschichte. Im Mittelalter war es ein fuldischer Fronhof gewesen, und im 11. Jahrhundert wurden hier die deutschen Kaiser Heinrich III. und Heinrich IV. beherbergt. Bis ins 15. Jahrhundert hinein beharrten die Berstädter auf ihrem Recht, der Kaiserbewirtung, was ein Dokument in Bingenheim belegt. Der Mainzer Hof wird heute in der Mundart noch "Die Farb" genannt, weil ein Mitglied der Familie Eichelmann um 1845 dort eine Färberei hatte. Zu ihm kommen wir jedoch später. Wann genau der Müller Johann Henrich Eichelmann starb, ist noch nicht ermittelt. Seine Frau Anna Christine starb 1702 in Berstadt. Die Kinder der Familie waren Anna Eva, sie starb jedoch sehr früh, in einem Alter von 7 Wochen. Das zweite Kind, welches auch Johann Henrich hieß, wurde ebenfalls Müller, und zwar in Berstadt. Das dritte Kind, Ursula, starb auch kurz nach der Geburt. Kind 4 hieß Johannes, er kehrte nach Grund-Schwalheim zurück, wo er ebenfalls Müller war. Ein weiteres Kind hieß Johann Georg. Was aus ihm geworden ist weiß ich nicht. Seine Schwester Anna Catharina war mit Johann Kaspar Rühl von Echzell verheiratet. Er war Wirt und Färber. Dasletzte Kind war Henrich Peter Eichelmann, er wurde auch Johann Peter genannt. Er ist unserer Linie zuzuordnen. Er wurde 1682 in Grund-Schwalheim geboren, 1696 in Berstadt konfirmiert, und heiratete 1707 die Anna Veronika Röder von Salzhausen, Tochter des Salzfactors Hermann Röder. Er wurde jedoch nicht Müller, sondern Zollverwalter in Berstadt. Er hatte 3 Kinder. Anna Margarethe, Elisabeth und Johannes Peter (1713-1782). Dieser wurde auch Zollverwalter. und heiratete 1762 in Grünberg die Anna Catharina Siegfriedt, Tochter des Ratsverwandten und Handelsmanns zu Grünberg Johannes Siegfriedt. Sie hatten 5 Kinder, von denen 3 früh starben. Das Kind welches unserer Linie zuzuordnen ist, ist Johannes Eichelmann (1771-1843). Er wurde auch wieder Zollverwalter in Berstadt. Er heiratete 1792 in Berstadt die Wilhelmine Johanette Karoline Schmidt, Tochter des Diacons (= 2. Pfarr- und Schulstelle) zu Berstadt Johannes Schmidt. Sie hatten 4 Kinder, von denen eines früh starb. Das erste Kind war Wilhelm Christian Karl Eichelmann, wohl benannt nach seinem Onkel Wilhelm Christian Karl Schmidt, welcher Pfarrer in Lißberg war. Dieser war drei mal verheiratet, zuletzt mit einer Pfarrerstochter aus Trais-Horloff. W.C.K. Eichelmann war Schönfärber von Beruf. Noch 1842 bestand in dem Anwesen Mainzer Hof in Berstadt eine Färberei, außerdem war er noch Fabrikherr einer Baumwollzeug-Fabrikation in Berstadt. Nach ihm wurde der Mainzer Hof auch "Die Farb" genannt. Er hatte auch einen Lehrling namens Acker. Die Nachkommen von diesem Lerhling leben heute noch in Berstadt und haben viele alte selbstgefärbte Decken und weitere Textilien im Familienbesitz. Ein Enkel von W.C.K. Eichelmann wohnte in Bockenheim. Er hieß Friedrich Wilhelm Eichelmann und war Kaufmann. Dieser Friedrich wurde 1864 in Berstadt geboren, zog später nach Bockenheim und dann nach Eßlingen am Neckar. Von ihm ist noch ein eigenhändiger Brief aus dem Jahre 1915 an Heinrich Eichelmann in Steinfurth vorhanden, in dem er schildert, wie schön es ist, wenn man weiß wo man eigentlich herstammt. Dem Brief liegt ein Familienstammbaum der Familie Eichelmann seit 1643 bei. Friedrich hatte in seinem Brief eine Bitte an der derzeitigen "Obmann der Steinfurther Seitenlinie" Heinrich. Da Friedrich im Jahr 1943, am 300jährigen Geburtstag des ältesten bekanntesten Stammvaters wohl nicht mehr lebe, habe auch er schon seinen Ältesten (Kindern) eingeschärft, an jenem Tage eine "Familiengedächtnisfeier" zu veranstalten und alle bekannten Nachkommen zu einem Familientag zusammen zu rufen. Er bat Heinrich, daß auch seinen Kindern "einzuschärfen". In weiterem Text schrieb er noch über seinen Großvater Wilhelm Christian Karl Eichelmann, daß er wahrscheinlich das größte Ansehen aller Eichelmann genossen hatte. Über ihn hat sein Enkel Friedrich ein sehr schönes Gedicht geschrieben, welches noch vorhanden ist. Wilhelm Christian Karl war sogar den Geistlichen des Orts voraus, er dachte schon damals an die Gleichberechtigung der Frau und nahm 1848 an der Niddaer Volksversammlung teil, bei welcher er sechs von ihm hochgeachtete Männer zu Kandidaten der deutschen Bundesversammlung in Frankfurt/M. in Vorschlag brachte. Seine Rede auf der Versammlung wurde im Niddaer Intelligenzblatt (Tageszeitung) abgedruckt. W.C.K. hatte noch zwei Geschwister. Seine Schwester Johanna Karolina (1795-1883) heiratete 1831 in Berstadt den Müller Konrad Schneider aus Inheiden. Dieser war zuerst auf der Riedmühle bei Inheiden und später auf der Utpher Mühle. Der Bruder von W.C.K. hieß Johann Jacob und wurde 1802 in Berstadt geboren. Er ist der Begründer der Steinfurther Linie. Er kam zu einer Zeit nach Steinfurth, als das Dorf noch sehr klein war, 96 Häuser und 664 Einwohner hatte. 1832 wird er das erste mal in Steinfurth genannt, er war zu dieser Zeit schon verheiratet, und zwar mit Anna Margarethe Lotzenius, der Tochter des ehemaligen Gradiermeisters zu Nauheim und Lehrers zu Schwalheim Georg Christian Lotzenius, welcher schon 1828 verstarb. Wo die beiden geheiratet haben, konnte noch nicht ermittelt werden. Über die Vorfahren von Jacob Eichelmann und seine "Verwandtschaft" mit Johann Wolfgang von Goethe Da Jacob der Vorfahre aller Steinfurther Eichelmann ist, sollen ein paar Vorfahren von ihm genannt werden. Jacob´s Großvater Johannes Schmidt (1731-1800) war 40 Jahre lang Diakonus (= 2. Pfarr- und Lehrerstelle) in Berstadt. Dessen Ehefrau Maria Charlotte war die Tochter des Pfarrers Johannes Müller (1694-1770) zu Wallernhausen, dessen Grabstein heute noch auf dem Wallernhausener Friedhof steht. Die Ehefrau des Pfarrer Müller war Maria Barbara war die Tochter des Forstschreibers zu Schotten Eberhard Georg Müller. Dessen Ehefrau Anna Catharina (1673-1745) war die Tochter des Gerichtsschultheißen (dieser hatte zur damaligen Zeit etwa dieselbe Funktion wie heute ein Landrat) zu Nieder-Ohmen Johann Wolfgang Walther (1643-1680). Sein Vater war der Gerichtsschultheiß zu Nieder-Ohmen Tobias Walther ( + 1665), welcher mit Anna Catharina Haberkorn (1625-1706) der Tochter des Försters zu Windhausen Johann Wolf Haberkorn verheiratet war. Haberkorn´s Ehefrau war Anna Kornmann (1599-1668), die Tochter des Kaufmanns und Bürgermeisters zu Kirtorf Helwig Kornmann (+ 1609). Sein Vater war der Bürgermeister, Ratsherr und Schöffe zu Kirtorf Henrich Kornmann (um 1500-ca. 1580), und dessen Vater Reitz/Henritze (frühere Form von Heinrich) Kornmann (1472-1542) stammte aus Amöneburg und wird als Kaufmann, Ratsherr, Schöffe und Bürgermeister in Kirchhain erwähnt. Er gehört zu den Vorfahren von Johann Wolfang von Goethe. Wenn auch etwas weit zurück, die Eichelmann sind mit Goethe "verwandt". Es würde hier zu weit führen, alle weiteren Vorfahren aufzuzählen. Die Vorfahren der Ehefrau von Jacob, Anna Margaretha, geb. Lotzenius, lassen sich zwar nicht so weit zurückverfolgen wie seine, sie waren aber auch Lehrer, Gradiermeister, Pfarrer, Hofmänner, Färbermeister, Schultheißen, etc. In den früheren Jahrhunderten war es meistens so, daß Personen desselben Zivilstandes untereinander heirateten. So werden sich auch Jacob und Margaretha kennengelernt haben. Als sie nach Steinfurth kamen, waren damals noch die Tore (Ober- und Unterpforte), als eine Art Dorfbefestigung vorhanden, welche erst 1834 abgerissen wurden. Jacob Eichelmann wird in den Steinfurther Kirchenbüchern anfangs als Krämer, später als Handelsmann oder Kaufmann genannt. Sein Urgroßvater in Grünberg (1707-1750) war auch schon Handelsmann und Ratsverwandter gewesen. Aus den Akten des Brandkatasters von Steinfurth kann man noch gut ermitteln, wo er mit seiner Familie gewohnt hat. Es ist anzunehmen, daß er nicht unbedingt arm gewesen ist, denn er besaß zwei Häuser. Im Jahr 1844 ist er Besitzer des Hauses Hintergasse 31 (ehemals Gasthaus zum Gambrinus; "Kohlferze") (Bild 4), welches im Brandkataster von Steinfurth wie folgt beschrieben wird: "Wohnhaus 2 Stock mit Anbau", und 1857 "Wohnhaus 2 Stock und dem darunter befindlichem Keller". 1858 wird Jacob als Besitzer der Hauptstraße 44 (ehemals REWE-Geschäft Volp; "Kiefersch"). Wahrscheinlich wohnte er jedoch in der Hintergasse, da die Hauptstraße 44 seit 1861 im Besitz seiner Tochter Elisabetha ist. Der erste Lehrer Eichelmann aus der Steinfurther Linie, Begründer der Frankfurter Linie Jacob hatte fünf Kinder. Das erste, Friedrich Ludwig, wurde am 02.11.1832 in Steinfurth geboren. Er blieb aber nicht in Steinfurth, sondern wurde Lehrer. Er führte somit eine Art Familientradition fort, indem der auch Lehrer wurde. Er schloß 1851 das Schullehrerseminar in Friedberg ab und wurde kurz darauf Lehrer am Abel-Simonschem Institut in Frankfurt/M. 1853 übernahm er eine Lehrerstelle am Waisenhaus und 1855 wurde er Schulvikar (= Lehrer der 4. Schule) in Sprendlingen. Während seiner Zeit in Sprendlingen heiratete er am ... 1855 in Steinfurth Anna Katharina Schultheis, Schwester des Bürgermeisters und Gutspächters zu Steinfurth Johann Konrad Schultheis 3., sie war die Tante des Johann Heinrich Schultheis 2., welcher 1868 mit seinem Bruder die erste Rosenbaumschule Deutschlands gründete. Bis 1857 war Friedrich Ludwig in Sprendlingen, danach wurde er Lehrer der höheren Mädchenschule in Offenbach. 1860 wurde er Hilfslehrer in Bornheim, und 1862 Hilfslehrer an der höheren Bürgerschule (Klinger-Oberrealschule) in Frankfurt/M., wo er 1865 angestellt wurde. 1866 wird ihm und seiner Familie das Frankfurter Bürgerrecht erteilt. Da Frankfurt/M. zu dieser Zeit preussisch war, und er aus dem Großherzogtum Hessen kam, brauchte er eine Auswanderungserlaubnis vom Großherzoglichen Kreisamt Butzbach, welche er am 12.07.1866 bekam. (Bild 5) Ihm wurde das Frankfurter Bürgerrecht gratis erteilt. Er war also somit der erste Eichelmann, der in Steinfurth geboren wurde, und der erste, der Steinfurth verließ. Anfang 1874 legte er "infolge jahrelanger Kränklichkeit" seine Tätigkeit nieder. Am 23.06.1875 wurde er in die Irrenanstalt Frankfurt eingewiesen. Nach einem Bericht war er schon zwei Jahre vor seiner Einweisung Geisteskrank. Er starb aber noch im selben Jahr, und zwar am 05.10.1875, in einem Alter von knapp 43 Jahren. Das einzige Kind der Familie wurde am 21.03.1856 in Sprendlingen geboren und auf den Namen Ludwig Georg getauft. Seinen ersten Untericht erhielt er in dem Kirchhofferschen Institut in Frankfurt, welches er Ostern 1866 verließ um in das Gymnasium einzutreten. Im Herbst 1875 bestand er das Maturitätsexamen, schrieb sich darauf am 06.11.1875 an der Gießener Ludwigs-Universität als Student ein, um sich dem Studium der neueren Sprachen zu widmen (neuere Philologie). Im Herbst 1876 ging er an die Universität Würzburg und Ostern 1877 nach Strassburg, wo er bis zum Herbst 1878 verblieb. Ab dann war er Student an der Uni Marburg, wo er 1879 seine Inaugural-Dissertation (Doktorarbeit) Veröffentlichte. (Bild) Ab diesem Zeitpunkt trug er den Titel Doktor der Philiosophie. Während seiner Jugendzeit wohnte er bei seinen Eltern in der (Eggsteiner Str. 20 ?) in Frankfurt/M., heiratete 1893 Antonie Schmidt-Strauss, der Tochter des Arzts zu Frankfurt Dr. med. Johann Christoph Schmidt. Beide wohnten dann in der Cronbergerstraße 5. Im Jahr 1894 wurde das erste Kind geboren - Thea Antoinette. 1895 bezogen Sie das Haus in der Forsthausstraße 27. 1899 wurde das zweite Kind geboren, welches auf den Namen Heinrich getauft wurde. Er starb jedoch im selben Jahr. Laut Meldekartei Frankfurt/M. zog Ludwig Georg 1902 nach Bad Homburg, wo er evtl. Lehrer gewesen sein könnte. Er wird aber 1906 wieder als städtischer Oberlehrer in Frankfurt/M. genannt. Weiteres zu ihm und seiner Familie ist noch nicht bekannt. Nun wieder nach Steinfurth. Das zweite Kind von Jacob hieß Christian, geboren am 03.08.1834 in Steinfurth. Er war zunächst Wirt und Metzger in Steinfurth (er hatte in der Hauptstraße 44 eine Metzgerei, und ist 1868 Besitzer dieses Hauses), später noch Kaufmann. Wirt könnte er evtl. im "Gasthaus zum Gambrinus" gewesen sein, da das Haus ja auch im Besitz seines Vaters war. Er war mit Maria Nicolaus aus Rödgen verheiratet und hatte drei Kinder, die alle Steinfurth verlassen haben. Ihn zog es auch in die Nähe Frankfurts. Wann er von Steinfurth wegzog, ist uns nicht mehr bekannt. Er wurde Metzger in Heddernheim und starb dort am 04.06.1894. Seine Frau lebte zu diesem Zeitpunkt noch. Wann sie starb, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Das mysteriöse Verschwinden des Ludwig Eichelmann Das erste Kind von Christian Eichelmann und Maria Nicolaus war Christian Gustav Johann Ludwig Eichelmann (sein Rufname war aber nur Ludwig), der 1863 geboren wurde. Er muß wohl ein Spaßvogel gewesen sein. Er machte oft den Steinfurther Rasselbock nach. Es gab früher noch viele abergläubische Bürger in Steinfurth, die an den Rasselbock als Spuk glaubten und sich vor ihm fürchteten. So zog er sich einen weißen Kittel über oder hängte sich ein Bettuch um und raste dann laut rasselnd hauptsächlich in dem Gängelchen zwischen der Hauptstraße und der Hintergasse. Erwischen ließ er sich aber angeblich nie. Wegen seines Leichtsinns soll er dann die Heimat verlassen haben. Er war seit dem 6.4.1893 Lehrer in Bad Nauheim, sehr beliebt dort. Doch dann machte er sich straffällig, und wurde am 31.7.1894 entlassen. Der Grund ist nicht überliefert. Er verließ Deutschland und wurde in Paris Sprachlehrer. Ob er im 1. Weltkrieg wieder nach Deutschland ausgewiesen wurde, ist noch nicht festgestellt. Einmal nach dem Krieg suchte er aber seinen Heimatort auf, wo er auf der Laukert (Höhe zwischen Steinfurth und Bad Nauheim) Heinrich Eichelmann 3., den Sohn seines Cousins Heinrich Eichelmann 1., traf, der ihn aber nicht kannte. Er kam mit ihm ins Gespräch und erzählte, daß er in Steinfurth auch bekannt sei und fragte Heinrich E. nach seinem Namen. "Ich heiße Eichelmann" sagte dieser, darauf er: "Ich bin mit einem Eichelmann nach Friedberg zur Schule gegangen", wie denn der Vater mit Vornamen hieß. "Heinrich", kam die Antwort, worauf Ludwig sagte: "Ja, dieser war es !", und ihn von ihm grüßen ließ, seinen Namen aber nicht nannte. "Von wem soll ich ihn den grüßen ?". "Sagen Sie ihm vom Siebert, wir Beide seien oft am späten Abend diese Straße gewandert, zweistimmig schöne Lieder gesungen". Als Heinrich 3. seinem Vater zu Hause sein Erlebnis schilderte, sagte dieser, daß er nur mit seinem Vetter Ludwig abends von der Schule kommend diese Straße gewandert sei und das Sie einen Lehrer Siebert hatten, daß es sicher dieser Vetter gewesen sein muß. Er bedauerte sehr, daß er ihn nicht einmal besuchte, und sagte, daß eines ihrer Lieblingslieder "Der Mond ist aufgegangen" gewesen sei, worauf sein Sohn bemerkte, daß der Fremde dieses Lied auch erwähnte. Später hörten sie dann, daß es wohl tatsächlich dieser Ludwig gewesen sein muß, denn er erkundigte sich bei verschiedenen Steinfurthern, z.B. wer in dem Eckhaus Kellereigasse wohnte (das war auch sein Elternhaus; Hauptstraße 44), nach damaligen Nachbars Kinder und nach seinem Vetter Heinrich. Er gab sich jedoch nie zu erkennen. Wo er dann später bis zu seinem Tod am 03.12.1941 (Sterbeort nicht bekannt) wohnte, ist noch nicht festgestellt worden, eine Anfrage beim Standesamt Bad Nauheim konnte nicht positiv beantwortet werden. Das dritte Kind von Jacob Eichelmann wurde 1836 geboren und auf den Namen Carl Wilhelm getauft. Er starb jedoch zweieinhalb Monate nach seiner Geburt. Die Postagentur Eichelmann in der Hauptstraße 35
Widmen wir uns nun dem vierten Kind von Jacob, nämlich Georg, der höchstwahrscheinlich Johann genannt wurde. In den Aufzeichnungen von Paula Eichelmann wird er immer nur als "Johann Eichelmann" bezeichnet. Da er der Großvater von Paula war, dürfte diese Angabe ziemlich sicher sein. Alle Steinfurther Eichelmann stammen von ihm ab, er ist aber auch der einzige von seinen Geschwistern, der in Steinfurth blieb. Er wurde 1838 in Steinfurth geboren und war auch Kaufmann, wie sein Vater. Er heiratete im Alter von 22 Jahren 1860 die Tochter des Landwirts und Kirchenvorstehers Johannes Huber I. ("Huwwerhannese") Anna Veronika Huber, welche in der Hauptstraße 37 aufgewachsen ist. Sie wohnten nachweislich ab 1872 in der Hauptstraße 35, dem Nachbarhaus; in der die damalige Postagentur von Steinfurth war. Außerdem ist Georg im Jahr 1893 Besitzer des Hauses Hintergasse 31 (Gasthaus zum Gambrinus), in dem sein Sohn Konrad Wirt und Metzger war, zu ihm jedoch später. Georg Eichelmann wird das erste mal 1890 als Postagent erwähnt. Eine Post gab es in Steinfurth erst seit Er vertrieb auch Postkarten. Es gibt noch Postkarten, die um 1900 gedruckt wurden, auf denen "Verlag Georg Eichelmann, Steinfurth" zu lesen ist. Im Jahr 1898 quittierte er aus Verärgerung über einige Rosenzüchter seinen Dienst. In den Akten der Kaiserlichen Oberpostdirektion Darmstadt findet man ein Schreiben der Kaiserlichen Oberpostdirektion Darmstadt an das Kreisamt Friedberg, worin es heißt. daß ihn die Rosenzüchter verdächtigten, "daß er die im Amt erlangte Kenntnis von den geschäftlichen Verbindungen der Beschwerdeführer zu ihrem Nachteil im eigenen Interesse verwerthe". Unter den "Denunzianten" habe sich "besonders der Rosenzüchter XY (Name soll hier nicht genannt werden, da noch Nachkommen leben) durch gehässige Verdächtigungen hervorgethan, und auch der Lehrer K. Schenck hat sich nicht gescheut, den Eichelmann mündlich hier zu verdächtigen." Beweise hätten sie jedoch nicht vorlegen können. Der Steinfurther Pfarrer Theodor Vigelius schreibt an den Geheimrath, daß er sich nach der Ursache gefragt habe, warum gegen Eichelmann diese Angriffe gerichtet worden seien. Als Antwort nahm er an, "daß es zuvörderst Brodneid sei", aber auch, "daß die bei Fleiß und Verständniß zu Wohlstand gekommenen Persönlichkeiten protzig geworden und eine besondere Behandlung und besonderes Entgegenkommen herauszwingen, an den Postagenten Forderungen stellen, die dieser nicht erfüllen kann oder zu erfüllen nicht braucht bzw. nicht verpflichtet ist." Weiterhin berichtete er, daß der Postschalter an den Werktagen vormittags von 9-12 Uhr und nachmittags von 3-6 Uhr geöffnet sei. Wenn nun die Leute morgens vor 7 Uhr, vor Abgang der Post nach Bad Nauheim noch Beförderung von Gepäckstücken verlangen, "oder bringen sie Nachmittags vor Thorschluß (die Post geht nachmittags gegen 5 Uhr wieder nach Bad Nauheim) solche Sendungen oder wollen gar noch Einzahlungen in der letzten Minuten machen, so verursachen sie dadurch dem Postagenten solche Arbeit, daß er nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht." Im weiteren Text berichtet er, daß wahrscheinlich auch keinem anderen Postagenten, der die Agentur übernehme, Ärger erspart bliebe. Georg Eichelmann starb 1904, wird in der Urkunde als "Spezereihändler" bezeichnet, seine Frau Veronika starb 1907, auch mit dem Zusatz "Spezereihändlerin". Also übernahm sie das Geschäft noch nach dem Tod ihres Mannes. Das Haus in der Hauptstraße 35 erbten die Söhne Karl und Konrad und das Gasthaus zum Gambrinus wurde an einen Volpert Biermann verkauft (im Einwohnerverzeichnis Steinfurth 1905: "Biermann, Volpert, Gastwirt z. Gambrinus, und Metzgerei, Mittelstr. 31). Im Jahr 1928 ist Gustav Kohlfertz Besitzer dieses Hauses (im Adreßbuch: "Metzgerei und Gastwirtschaft"). Wohl auch Gastwirt zum Gambrinus war Konrad Brod, der mit Elisabetha Eichelmann, der Schwester von Georg, verheiratet war. Sie wurde 1840 in Steinfurth geboren und heiratete 1862 in Steinfurth Konrad Brod, der zu dieser Zeit als Pächter wohnhaft in Neu-Isenburg war. Im Jahr 1879 war Elisabetha ("Elise") Mitbesitzerin des Hauses Hintergasse 31 (Gasthaus zum Gambrinus). Sie und ihr Bruder Georg haben das Haus wohl vom Vater Jacob geerbt, welcher ja schon 1874 im Alter von 72 Jahren in Steinfurth verstorben war. Seine Ehefrau Margaretha geb. Lotzenius überlebte ihn jedoch einige Jahre und wurde 81 Jahre alt. Sie starb 1887 in der Hintergasse 31, wo ihr Enkel Konrad Eichelmann Metzger und Gastwirt war. Konrad Brod starb aber schon 1882 im Alter von 44 Jahren. Seine Witwe Elisabetha heiratete dann noch einmal, und zwar im Jahr 1891 den Witwer Heinrich Otto 2., der von Beruf Schneider war. Er hatte noch eine Tochter aus erster Ehe, Elisabeth, die 1879 geboren war. Heinrich Otto 2. starb jedoch zwei Jahre nach seiner Heirat mit Elisabetha Eichelmann, ebenfalls im Alter von 44 Jahren. Die Witwe soll dann angeblich nach Wiesbaden verzogen sein, ob sie ihre Stieftochter mitnahm und was aus ihnen geworden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Das Haus in der Hauptstraße 44 war im Jahre 1889 im Besitz von einem Ernst Wilhelm Roth, der dort angeblich eine Postagentur hatte. Ob Christian Eichelmann noch 1888 im Besitz dieses Hauses war, läßt sich leider nicht mehr feststellen. Schon ein Jahr später war der Küfermeister und Spezereihändler Konrad Huber 6. Besitzer dieses Hauses. Er leitete auch ab 1899 (bis 1915) die Postagentur von Steinfurth und war somit der Nachfolger von Georg Eichelmann. Die ersten Rosenzüchter Eichelmann in Steinfurth
Das Ehepaar Georg und Veronika Eichelmann hatte 6 Kinder. Heinrich, das erste, wurde 1861 geboren (er ist der o.g. Vetter des verschollenen Ludwig Eichelmann). Heinrich war auch Kaufmann, und führte somit eine Tradition der Familie fort. Eine weitere "Tradition" war seine Freude am Chorgesang. Er war seit seinem 17. Lebensjahr im Männergesangverein Frohsinn Steinfurth und dort auch jahrelang im Vorstand tätig, sein Bruder Georg Ludwig war sogar 4 Jahre lang Chorleiter gewesen und mit seinem o.g. verschollenem Vetter Ludwig sang er zweistimmig, als sie abends von der Schule heimkehrten. In der Zeitung findet man folgenden Nachruf des Gesangvereins nach seinem Tod: "Ein Menschenalter hat der Verstorbene seine Kraft der deutschen Sängerbewegung gewidmet. Als Siebzehnjähriger in den Gesangverein ´Frohsinn` Steinfurth eingetreten, konnte er sein 25jähriges, 40jähriges und 50jähriges Sängerjubiläum feiern. Als Vorstandsmitglied förderte er lange Jahre durch sein ruhiges, verträgliches Wesen unseren Verein. Nachdem ihm alle Ehrungen der Sängerbewegung zuteil geworden waren, ernannte der Verein den verdienten Sänger zum Ehrenmitglied. Er war einer unserer Getreuesten." Heinrich war sehr heimatverbunden und dichtete auch gerne. Es existiert noch ein Gedicht von ihm über Steinfurth, in dem er auch seine Verbundenheit zur Heimat und zum Gesang wiedergab. Seine Tochter Paula dichtete genauso wie seine Enkelin Lina Ziegler heute noch dichtet. Heinrich und seine Brüder besuchten alle (außer Karl) die Augustinerschule in Friedberg. Damals konnte man noch nicht einfach mit dem Bus nach Friedberg fahren, sondern sie gingen zu Fuß. Wenn nachmittags noch Unterricht war, kehrten sie erst am Abend nach Steinfurth zurück. Heinrich heiratete 1889 die Näherin Katharina Wilhelmina "Käthchen" Thönges. Ihr Vater war Landwirt und wohnte in der Hauptstraße 39 ("Bäckerline"), also auch nur zwei Häuser von der Hauptstraße 35, was zur Familie Eichelmann gehörte, ihr Großvater war Wagner und Bürgermeister. Käthchen Eichelmann war in Steinfurth nur als die "Eichelmanns Tante" bekannt. Sie war eine Art ehrenamtliche "Gemeindeschwester" des Orts, betreute die Kranken, legte Verbände an. Sie gab immer gute Ratschläge und half allen Hilfe- und Ratsuchenden. Im Jahre 1894 kaufte Heinrich das Haus Oberpforte 8 von den Gebr. Schultheis, was ganz früher mal eine Lehrerwohnung gewesen ist, und richtete sich dort ein Textilgeschäft ein. Das anhängende alte Schulhaus hätte er auch noch gerne gekauft, aber die Gemeinde verkaufte es nicht, sondern machte den unteren Schulraum zum Feuerwehrschuppen. Die anderen Räume wurden vernichtet. Heinrich und sein Bruder Georg Ludwig ("Schorsch") waren die ersten Eichelmann, die auch nebenbei nachweislich Rosenzucht betrieben. In einer Aufstellung werden sie beide im Jahr 1908 neben 55 weiteren Rosenbetrieben genannt. Ob der Vater Georg Eichelmann auch schon Rosen zog, läßt sich anhand der Unterlagen nicht mehr genau feststellen, da er ja schon 1904 verstarb. Er könnte aber theoretisch auch Rosengärtner gewesen sein, da ja in den o.g. Briefen von Darmstadt erwähnt wird, "daß er die im Amt erlangte Kenntnis ... im eigenen Interesse verwerthe" (Zum Nachteil der Beschwerdeführer), womit wohl gemeint war, daß er sich die Adressen der Kunden von den Rosenzüchtern notierte und selbst mit ihnen geschäftliche Kontakte aufgebaut hat. Er könnte die Adressen aber auch evtl. Verwandten weitergegeben haben, die Rosen züchteten. Wie gesagt, konnten aber keine Beweise vorgelegt werden, späteren Postagenten ging es genauso. Georg Ludwig war seit 1890 mit Elisabeth Jöckel (1868-1930) verheiratet. Sie wohnten 1896 in der Hauptstraße 60 ("Ellersch"), wo er auch ein Manufakturwarengeschäft hatte. Damit er und sein Bruder Heinrich sich nicht in die Quere kamen, teilten sie sich die Ortschaften, in denen sie ihre Kunden besuchten, so ist z.B. noch bekannt, daß Georg Ludwig in Melbach Kunden hatte und Heinrich in ... Georg Ludwig und seine Familie zogen 1925 nach Bad Nauheim. Dort hatte er in der Burgallee 13 ein großes Haus gekauft und sich auch ein Geschäft eingerichtet. Der schon erwähnte Konrad Eichelmann war ein weiterer Sohn von Georg und Veronika (1869-1956). Er lernte in Friedberg in der Metzgerei Luft, wofür er sogar eine Auswanderungserlaubnis brauchte, die auf das Jahr 1887 datiert ist, dort war er also 18 Jahre alt. Er wurde also Metzger wie sein Onkel in Heddernheim. Nach seiner Rückkehr aus Friedberg heiratete er 1892 Margarethe Huber, die Schwester von Konrad Huber 6., der ja im Jahr 1899 als Postagent der Nachfolger von Konrad´s Vater Georg wurde. Konrad war zunächst Metzger und Gastwirt zum Gambrinus. Er wird 1894 als Besitzer genannt. Schon 1892 wird für das Haus Hintergasse 31 eine Versicherung abgeschlossen, und zwar über: "Schweinestall mit Holzschuppen", "Anbau am Wohnhaus 1 Stock", Schlachthaus 1 Stock mit Kniestock" und 1897 "Kegelbahn". Nach dem Tod seines Vaters Georg im Jahr 1904 wurde das Gasthaus an einen Volpert Biermann von Eberstadt verkauft, und sie zogen in die Hauptstraße 35. Konrad übte später nicht den Beruf des Metzgers aus, sondern wurde Parkarbeiter in Bad Nauheim und hatte nebenbei auch noch Rosen. Sein Bruder Gustav wurde 1871 in Steinfurth geboren, besuchte ebenfalls die Augustinerschule in Friedberg. Er wurde wiederum Lehrer, wie sein Onkel Ludwig in Frankfurt. Zunächst war er in Ulfa, später bis 1902 in Groß-Eichen im Vogelsberg, wo er auch im Jahr 1900 die Katharine Rahn von dort heiratete. Seine Brüder Heinrich, Georg Ludwig und Konrad besuchten ihn natürlich bei seiner Hochzeit mit ihren Familien, insgesamt etwa 16 Personen. Es war noch dunkel, als sie von der Bahnstation abgeholt wurden. Mit einem Leiterwagen, welcher mit Sturmlaternen versehen war, mußten sie durch mehrere Dörfer. Erstaunt begafft wurden sie gefragt: "Ei, wo kommt ihr dann her ?", darauf Heinrich: "Ei, wir sind eine Theatergruppe und geben heute Abend eine Vorstellung." Heinrich soll immer solche Schlagfertigkeiten zur Hand gehabt haben. 1902 wurde Gustav Lehrer in Ruppertsburg, wo er außer seiner Lehrertätigkeit auch noch Vorsitzender des hiesigen Kriegervereins war. 1923 wurde er zum Präsidenten des Hassiabezirks Laubach gewählt. Er starb 1927, zwei Monate vor seinem 25jährigem Dienstjubiläum, in Ruppertsburg. In der Festschrift über die Einweihung der neuen Schule in Ruppertsburg lesen wir über ihn u.a.: "Treu und gewissenhaft leistete er in seinem Dienste in der Elementarklasse gründliche Arbeit. Wer bei ihm die Grundschule durchlaufen hatte, konnte mit Leichtigkeit in der Oberklasse mitarbeiten und viele seiner Schüler wurden in das Gymnasium aufgenommen ... An einem schweren Zucker- und Lungenleider erkrankt, gönnte er sich keine Ruhe und versah seinen Dienst in Schule und Berufsschule bis 5 Tage vor seinem Tode..." Sein Begräbnis, so ließt man weiterhin in der Festschrift, wäre ein deutlicher Beweis von der Wertschätzung, die er bei seiner vorgesetzten Behörde, der Gemeinde, den Kollegen und dem ganzen Bezirk genoß. "Ein Leichenzug, wie ihn unser Dorf wohl kaum gesehen haben dürfte, bewegte sich vom Sterbehause aus zum Friedhof." Die letzte Ehre zum Leichenzug erwiesen ihm u.a. der hiesige Gesang- und Kriegerverein, die Freiwillige Feuerwehr, Kriegervereine des Bezirks Laubach "mit umflorten Fahnen", der Vertreter des Hassia-Präsidiums, Graf Georg zu Solms-Laubach, versch. Vertreter des Kreisschulamts Schotten, der Herr Kreisschulrat und viele andere. Seine Frau Katharine lebte aber noch 21 Jahre länger als er, sie verstarb 1948 in Nidda, wo ihr Sohn Erwin Landwirt war. Zu dem Familientreffen 1943 ist es leider nicht gekommen, da der Krieg dazwischen lag. Da der jetzige Stammvater im Jahre 1604 geboren wurde, würde ein 400jähriger Geburtstag würde dann in das Jahr 2004 fallen. Vielleicht wird dann noch einmal eine Gedächtnisfeier stattfinden. Übersicht der Wohnungen Die folgenden Übersichten zeigen die Besitzverhältnisse der Familie Eichelmann, wie sie im Brandkatasterbuch Steinfurth von 1857 aufgezeichnet sind. In der ersten Spalte werden jeweils die Besitzer des Hauses genannt, und meistens auch wann sie Besitzer waren. Die zweite Spalte zeigt die einzelnen Gebäudeteile wie sie vor 1857 und danach genannt werden (z.B. "Wohnhaus 2 Stock, jetzt Wohnhaus 2 Stock", was bedeutet, daß sich nach 1857 nichts am Haus geändert hat.) Die dritte Spalte zeigt uns die Zeit der Versicherung. Hauptstraße 35
Hauptstraße 44
Hintergasse 31
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